News-Archiv März, 2008

Gerhardi baut neue Stranggpressanlage in Lüdenscheid

Gerhardi Alutechnik sieht sich für die Zukunft gerüstet.

Gerhardi baut neue Strangpressanlage in Lüdenscheid.

Nach einem erfolgreichen Jahr 2007 und guten Aussichten für 2008 wird ab Mitte 2009 eine neue Stranpresse bei der Gerhardi AluTechnik Gmbh & Co. KG in Lüdenscheid für weiteres Wachstum sorgen. Insgesamt investiert das Unternehmen am Standort rund 13,5 Millionen Euro in eine zweite Stranpresslinie. Im gesamten Investitionsvolumen sind zudem Neubauten enthalten, in denen Flächen für den zukünftigen Ausbau der Weiterverarbeitung vorgesehen sind.

Quelle: Aluminium Praxis 2. 2008

Eine Firma dreht auf.

Kurz vor Weihnachten herrschte bei der Gerhardi Alutechnik Ausnahmezustand. Ein Alarm-Anruf hatte Firmenchef Christoph Deiters ereilt. Am Apparat: ein aufgeregter Kunde. Der brauchte dringend Dachreling-Profile aus Alu für den neuen VW Tiguan.

"Geht das schon in zwei Wochen?"

Deiters sagte kurzentschlossen zu. "Klar, das kriegen wir hin." Und zog den Sonderauftrag im Expresstempo durch.

"Da haben wir über Nacht Werkzeuge gefertigt und die Teile gepresst", erinnert sich der Manager des Lüdenscheider Familienunternehmens. Doch der Einsatz lohnte. "Jetzt sind wir mit diesem Zulieferteil gut im Geschäft", so der Firmenlenker. Er hat damit einen weiteren Kunden aus der Autobranche gewonnen.

Der Betrieb fertigt vor allem Teile, die viel Know-How verlangen wie etwa hochglänzende Reling-PRofile, die aus einer speziellen Legierung bestehen. Er behauptet sich so gegen die Billig-Konkurrenz. So sehr, dass die Firma an ihre Kapazitätsgrenze stößt. 2007 produzierte sie 6000 Tonnen Profile – und musste noch einige hundert Tonnen zukaufen.

Und es winkt weiteres Wachstum: 670.000 Tonnen gepresste Alu-Produkte verkaufte dieser Industriezweig 2006 in Deuthschland. 2010 sollen es nach Expertenschätzungen 853.000 Tonnen sein.

Und von diesem zusätzlichen Kuchen möchte sich gerhardi ein Stück sichern. Deshalb baut das Unternehmen jetzt eine neue Halle, die Platz schafft für eine zweite Presse.

Mit ihr soll die Kapazität bis 2013 schrittweise auf 13.000 Tonnen im Jahr hochgefahren werden. Insgesamt investiert die Firma bis Ende 2009 rund 13,5 Millionen Euro – eine große Summe für einen Mittelständler mit einem Jahresumsatz von 27 Millionen Euro. Mit der Erweiterung stockt Gerhardi die Zahl der Arbeitsplätze von 80 auf 105 auf.

Und das ist auch ein Verdienst der Belegschaft. Sie erklärte sich bis 2011 bereit, 37,5 statt 35 Stunden die Woche zu arbeiten – ohn Lohnausgleich. Immerhin: Falls die GEschäfte weiter gut laufen, soll auch die BElegschaft profitieren – mit einer Erfolgsprämie. Betriebsrat Martin Eickbaum: "2007 gab es pro Nase 500 Euro extra. In Zukunft dürfte da noch einige mehr drin sein".